Poesie 3.0 und Erdbeersaft

Ein guter Schneetag in gemalter Welt,
jubelt Schönheit an das Firmament.

Alle Bäume und Sträucher, alle Vögel,
jeder Fluss, elektromagnetische Wellen,
das Gemurmel der Menschenmenge,
das Netz aus Düften und Temperaturen,
ja vieler Stimmen Gesang, in unüberhörbarem Beat gebettet,
sowie in der kühlen Abendruhe auch,
fließt es durch.

Aus ihnen allen sollte hörbar werden,
wie gut du schmeckst, Erdbeersaft.

Stille, ja nicht sogar diese möge schweigen.
Aus allen Geschmäckern, süß und sauer,
ja auf scharf-salzigem Meerrettichgemisch.
ist ein Sprachrohr geworden “wie du wirklich bist,
du frisch gepresster Erdbeersaft”.

Aus all diesen Worten, von der obersten Zeile,
von Vers zu Vers hinab
gießt sich die Kraft durch,
um sich in der letzten Zeile zu sammeln,
und sich selbst, der Muse Freund,
mit galaktischen Jubelstürmen zu offenbaren.

…die Poesie 3.0

Ein Bisschen Kitsch

Wieder ein memetischer Angriff auf die Poesie,
diesmal hat sich der Kitsch eingehackt.
Alle Gedichte haben die Anweisung,
Den Honig der sich über die Reime legt,
auf zu hohen Zuckergehalt zu prüfen.

Die warme Wanne

Riecht es erdig herb nach Öl der Tanne,
tief im entspannten Atemzug,
warm umhüllt das Nass der Wanne,
den Körper der noch Kleidung trug,
bevor sich freundliche Wasserhitze,
noch nasser macht da ich ja schwitze,
was erst noch schnell, jetzt langsam schlug,
das Herz, das jetzt zufrieden ruht.
Wie ein Teeblatt im warmen Wasserkrug,
oder gar in einer Kanne, auf feurig roter Glut.
fühl ich mich jetzt. Das tut soooo guuut.

Mit Shampoo durch die Haare reiben,
Wasser übers Haupt dann gießen,
warmes Fließen, ich will hier bleiben,
der Ölbadduft küsst meinen Sinn.
Einfach hier in der Wanne treiben,
bis Wurzeln in die Ränder sprießen,
und ich hier angewachsen bin.

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