Poesie 3.0 und Erdbeersaft

Ein guter Schneetag in gemalter Welt,
jubelt Schönheit an das Firmament.

Alle Bäume und Sträucher, alle Vögel,
jeder Fluss, elektromagnetische Wellen,
das Gemurmel der Menschenmenge,
das Netz aus Düften und Temperaturen,
ja vieler Stimmen Gesang, in unüberhörbarem Beat gebettet,
sowie in der kühlen Abendruhe auch,
fließt es durch.

Aus ihnen allen sollte hörbar werden,
wie gut du schmeckst, Erdbeersaft.

Stille, ja nicht sogar diese möge schweigen.
Aus allen Geschmäckern, süß und sauer,
ja auf scharf-salzigem Meerrettichgemisch.
ist ein Sprachrohr geworden “wie du wirklich bist,
du frisch gepresster Erdbeersaft”.

Aus all diesen Worten, von der obersten Zeile,
von Vers zu Vers hinab
gießt sich die Kraft durch,
um sich in der letzten Zeile zu sammeln,
und sich selbst, der Muse Freund,
mit galaktischen Jubelstürmen zu offenbaren.

…die Poesie 3.0

Strandeis

Vernommen wurde vieler Stimmen Kraft,
ein sanfter Schaum über den Sand gespült,
der Kern öffnet sich in schweren Tiefen
im Datensaft vom Gesang durchwindet.

“Darf ich Ihnen eine Kugel Waldbeereis schenken?”
fragt der Strandverkäufer den Sand.

Vernommen wird vieler Stimmen Kraft,
und die Melodien sind winzig klein,
aber zahlreich ergeben sie einen Lichtbrief,
dieser schreibt “Gut gekühlt schon. Sehr gut gekühlt”

Selbstgespräch eines Films

Mittels der Geschichte aus der sie gemacht sind,
unterhalten sich die Komplexitätsgrade untereinander.
Der einfache sensorische Reiz sagt das seine,
die komplexe episodische Information das ihre.
Als Leiter der Gesprächsrunde,  hat man den Schicksalgorithmus bestellt.
Ihm gefällt es die Datei „Zeit“ einzufügen in das edle Gespräch.
Daneben verweilt das Publikum,
zusammengesetzt aus Wahrnehmungsmotiven
von Neudurst bis Müdigkeit.

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