auf dem Altgedichtehaufen

Verstand spricht zum Gedicht:

Können Reime so was wie Liebe fassen,
hohes Lob müsst’ man den Worten lassen
denn sie wollen mit Klang zum Ausdruck bringen,
viel mehr , als möglich mit Silbenklingen.
Und soviel Himmelsstunden, die Poesie in Ehren,
als mit Worten zu beschreiben wären.

Das Gedicht entgegnet dem Verstand:

Gerade weil die Worte nur aus Zeichen,
die unpoliert, dem Gebrauch im Alltag gleichen,
und jeder Satz, auch wenn mit Reim geziert,
in allem Messen, gegen den Kuss verliert,
kann Poesie die Liebe fassen, indem sie diese  reflektiert.

Denn sind’s nicht die feinen Lichtnadeln der Sonne,
welche dunklen Staub im Blütenmeer erstrahlen lassen?

Sie ist so großartig, dass genügt darüber zu sprechen,
um die Begrenztheit gerade dieser Worte aufzubrechen.

In Liebe Eins

Selbstverliebt in Dich.

Monatsnacht – 8.

Der 8. Monat seit November Zweitausendneun
von Zufällen und Falken kunstvoll bemalt.
Heute Sommerabend, worauf zwei Pole sich schon freuen,
und wenn der letzte Lichtfall vor dem Nachtsein strahlt,
so versinken zwanzig gleiche Finger ineinander tief,
lang geliebt wird, geküsst und intensiv
dem Monatstag gedacht.. Ja, wohl der Monatsnacht.

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