Hans der Berghüttenpoet

Fotos von steilen Bergen
nur gesehen, nix passieren, daher:

„Seiet steil! wild! schneebedeckt!“

Sanfte Hügel selbst bestiegen,
multisensorisch erlebt mit den möglichen Konsequenzen.
schöne Erinnerung, Gaudi, Muskelkater, Absturz, daher:

„Seiet nicht zu steil, nicht zu wild, nur leicht schneebedeckt.“

hmmmmte Hans der Poet vor sich hin.

Die mutige Elfriede malte sich hinein in die Hütte und sprach lebensbegeistert:

„Ich gehe, multisensorisch erlebt, mit all den Konsequenzen, einen steilen, wilden, schneebedeckten Berg hinauf. Kommst mit oder bleibst bei den Fotos?“

Hans der Poet, schwieg und dachte nach, spielte mit einem Zahnstocher, wusste nicht wohin er blicken sollte, war nervös, unter Druck stand er.

Aber… warum nur?

Kirsche

Besinnt auf leere Fläche, an keine Form gewohnt, Angst oder Heiterkeit nichts an Gebäuden eingefügt, keine Bäume von Nostalgie gemalt. Keine Information für den Himmel, nur schwarz, unprogrammiert. Eine leere Fläche auf der es stand. Eine Endlosschleife macht die Fläche in ihren Weiten ewig.  Nie der Horizont, nie eine Krümmung, auch keine Türme und Häuser von Gefühlen hineingestellt, keine Bäume von Nostalgie sorgsam gezeichnet. 

Nachdem es viele Tausend Jahre der Fläche entlang ging – leer - nichts darauf, schritt es einfach weiter. Da es an keinem Zeitpunkt hing  gab es das Gehen niemals auf.

Hätte man nur die Freude eines Kusses hineingebracht in diese Welt.  So würde diese vor Leben und bunten Formen blühen. Der Himmel blieb nicht gleich.  Zeit und Leben durch die Dinge leuchten, in allen Farben schrill lachend.  Die leere Fläche unter den üppigen grünen Hügeln, den Türmen, den Häusern, alle den Bäumen und dem vielen Leben…Wo ist die Einsamkeit und Leere?  

Säuerlich frisch schmeckte die Kirsche am Gaumen des wahrnehmenden Etwas.
Etwas das vorhin noch in der Leere war. Jetzt im Leben.
Die Kirsche die an einem kleinen Bäumchen hing. 
Das Bäumchen…

  • skizziert
  • bearbeitet
  • gerendert
  • und hineingestellt

 

…von der  Sehnsucht auf der leeren Fläche.

Irgendwo im unprogrammierten Universum,
das Tuckern einer kleine Dampfmaschine als einziges Geräusch.

Gedicht zum Geburtstag

Es sprach das schlechte  Geburtstagsgedicht:
„Zum 40ziger wünsch ich viel Glück,
drum  bleib wie du bist in einem Stück“

Die Kurzgeschichte stößt dazu und schüttelt den Abspann.
„Was für schlechte Reime, liebes Geburtstagsgedicht“
Verzornt schreien zwei Stimmen: „Das sind wir nicht!“
„Wer seit ihr?“
fragt die Kurzgeschichte.
„Gestatten Glück und Stück, wir sind die Reime“ entgegneten die zwei.
„Ach ihr seid mir aber lustige Wichte, ist es halt so wie es sei.“

Geburtstag zum Gedicht:
„ Die Kurzgeschichte hat recht, hast du noch bessere Reime?“
Gedicht zum Geburtstag:
“Nein aber ich habe die Zeit die ihr mit Streiten vergeudet habt genutzt,
eine cremig feine Geburtstagstorte gebacken, mir eine Frisur aufgesetzt und mich herausgeputzt“

Einige der Anwesenden konnten sich nicht gegen den Eindruck wehren,
dass Herr Avantgarde mit dem Fahrrad aus Tomaten wieder die Schreibfinger im Spiel hatte.

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