die Nachterzähler

Der Traum von  jahrtausiger Sonne und jener von saftigen Meerestiefen unter den schweren Augen des weisen alten Griechen von der Theaterkunst beseelt -  beide tragen ihn  zart und befreiend in die Schlafestiefen.

Da spricht der Nachterzähler von den Meerestiefen wohlig geheimnisvolle Geschichten über Schätze in dunkelgehüllten Schiffen, versunken vor der Zeit – galaktisch weit vor der Zeit.

Der Traum der jahrtausigen Sonne  mit Blumen und hellgrünem Blätterleuchten liebt in den bunten Nächten der Schlafenden – in zartem Lächeln zu einem Träumer geworden und gewesen seit jeher, Jahrtausende alt wie das Meer,  so unendlich weit vor der Zeit.

Harmonio und der Realist

Harmonio sprach:
„Ruhe und Harmonie – für Alle, und Weltfrieden wäre das Wort nicht schon so abgenutzt.
Jeder hat sich gerne, jeder ist nett und lieb und nicht darauf aus andere zu übervorteilen, es gibt einen Ball zum Spielen im Hof, damit jenen nicht langweilig wird, die den Drang zum Stören verspüren. Alles ist ruhig, jeder lächelt. Die Willkür der Sinnesdaten regelt sich zur globalen Liebe, automatisch reguliert von einem kollektiven Memetic-Rechner. „


…oder einfach, lieber Harmonio“

entgegnete der Realist

„stark genug sein, manchmal kratzt das Leben, na und. Durchstehen,
nicht jeder mag dich, gut so! Freu dich darüber, stehe zu Sachen, sage Nein wenn du es meinst“

Harmonio und der Realist schütteln sich die Hände und gehen auf einen Kaffee,
ein sehr guter Kaffee in einem sehr schönen Kaffeehaus, aber es regnet auf der Strasse
und die Mauern sind nicht perfekt gestrichen,

das ist sehr gut so,

es ist echt,

beide lächeln.

Kunst und Aktie

Kunst: „Die Wirtschaftskrise hat meine Gemälde nicht gekratzt“

Aktie: „Dafür sehe ich nicht so gut aus wie du“

Kunst: „Du wurdest entwertet, doch mich haben Leut’ noch lieb“

Aktie: „Dafür wirst du einzigartig in Museen präsentiert“

Kunst: „Auch als Literatur werde ich gelesen, lieber als gewesen“

Aktie: “Dafür bin ich uninteressant und du nicht!“

Kunst: „ Als Aufführung begeistere ich noch immer die Damen und Herren“

Aktie: „Ich erinnere dafür an Wegweiser des Konkurses“

Kunst: „Ich bin großartig und wunderbar“

Aktie: „Ich bin kleinartig und unwunderbar, trotzdem hurra“

Kunst: „Sag, Aktie, darf ich dich etwas fragen?“

Aktie: „Natürlich Kunst, immer gerne, was ist los?“

Kunst: „Warum bist du eigentlich so fröhlich?“

Aktie: „Siehe, die Menschen können sich schwer trennen von deinen Gemälden,
deinem Klimt, Pollock Van Gogh, Picasso. Schwer trennen sich die Leut’ von deinen Möbeln,
Büchern, Stücken.“

Kunst: „Ja das stimmt, aber was gibt es da für dich zu lachen?“

Aktie: „Gute Zeiten sind. Von mir trennen sich die Leute überhaupt nicht.

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